Sonntag, 20. November 2016

Augen lasern in Prag - ein Erfahrungsbericht

Früher dachte ich immer, dass ich ganz gut sehe, bis ich vor gut 10 Jahren mal beim Optiker war und der mir Kontaktlinsen eingesetzt hat. Und auf einmal habe ich die ganze Welt wieder viel klarer wahr genommen. Seit diesem Tag ging nichts mehr ohne Brille oder Kontaktlinsen (diese allerdings nur selten). Ich habe inzwischen mehrere Brillen und Sonnenbrillen mit meiner Sehstärke und ich mag mein Gesicht mit Brille auch. Nur ist es nervig, wenn beim kleinsten Regen die Tropfen die Sicht beeinträchtigen, im Winter die Brillengläser beschlagen oder man nicht mal spontan untertauchen kann, wenn man baden ist. 

Den Gedanken an eine Laseroperation hatte ich schon länger. Ein typisches "Ich müsste das mal untersuchen lassen..." Durch ein Gespräch mit einem Bekannten kam ich jetzt wieder mal darauf und habe dann wirklich einen Termin in einer Augenklinik in Nürnberg vereinbart. Allerdings war mir die ganze Klinik recht unsympathisch und nach den Untersuchungen wurde mir nicht erklärt, welche Laservariante für mich in Frage kommen würde oder wie der Ablauf der Behandlung ist. Die Entscheidung fiel schnell, dass ich mich da nicht behandeln lassen würde. Ein zweites Gespräch in einer anderen Nürnberger Einrichtung verlief wesentlich besser, ich wurde sehr ausführlich beraten, jedoch war der Preis auch doppelt so hoch wie das Angebot in der ersten Klinik. Da kam bei mir der Gedanke, dass es bestimmt auch gute Augenkliniken im Ausland gibt. Persönliche Erfahrungsberichte hatte ich nur von Kliniken in  Istanbul, jedoch möchte ich aktuell nicht in die Türkei fliegen. Als Alternative fiel mir Prag ein und ich begann im Internet zu recherchieren.

Die Entscheidung ist dann für die Klinik DuoVize gefallen. Den Kontakt habe ich ungefähr Mitte Oktober über die Agentur Lasertravel hergestellt, man kann aber auch direkt auf der Homepage der Klinik anfragen. Schnell bekam ich ein paar Terminvorschläge und ich entschied mich für das aktuelle Wochenende. Vorab wurde mir schon ein Fragebogen zu meinen Augenwerten und für persönliche Angaben zugeschickt. 

Am Freitag habe ich mir also frei genommen und bin mit dem Bus nach Prag gefahren. Schon das war sehr aufregend, denn ich hatte eine Fahrt mit dem IC Bus gebucht und stand pünktlich um 07:40 Uhr am Nürnberger Busbahnhof. Der Bus kam - und fuhr vorbei. Panisch guckte ich auf mein Ticket und sah, dass der IC Bus am Bahnhofsvorplatz hält und nicht am Busbahnhof. Verstanden habe ich das zwar nicht, bin aber schnellen Schrittes zum Bahnhof gelaufen und habe gehofft, den Bus noch zu erwischen, während ich gleichzeitig in Gedanken schon über die Konsequenzen nachgedacht habe.  Zum Glück ging aber alles gut und ich konnte planmäßig fahren. Wobei der Bus letztlich doch mit  20 Minuten Verspätung gestartet ist, was mich in diesem Moment aber gerettet hat. Wir haben dann aber auch ziemlich viel Zeit gut gemacht und waren 10 Minuten später als geplant in Prag. Hier habe ich mich dann mit meiner Mama getroffen, die mit dem Zug von Dresden angereist ist. Dann hieß es loslaufen, denn ich hatte ab 11:30 Uhr den Termin zur Voruntersuchung und es war bereits kurz vor 12 Uhr. Zum Glück ist die Klinik nicht weit weg vom Bahnhof. Angekommen wurden wir herzlich vom Pflegepersonal und auch von der Patientenbetreuerin PhDr. Jindra Čadilová und ihrem Übersetzerteam begrüßt. Die ganze Zeit war eine Dolmetscherin an meiner Seite, die mir die Untersuchungen erklärt hat. Insgesamt waren wir wohl so an die drei Stunden in der Klinik, es wurden verschiedene Tests gemacht und auch ein Gespräch mit der Chefärztin der DuoVize Augenklinik, Fr. Dr. med. Lucie Valešová, welche mich operieren würde, gab es schon, in dem die genaue Operationsmethode besprochen und detailliert erläutert wurde.  Anschließend checkten wir kurz im Hotel ein, welches in Laufweite von der Klinik war, und machten uns kurz frisch, um danach noch etwas durch die Stadt zu laufen. Später kehrten wir im Restaurace & Music bar LEGENDA ein und genoßen hier ein vorzügliches Abendbrot. Meine Mama hatte eine Quesadilla und ich ein Beefsteak.

Pragspaziergang

Unser Abendbrot in Prag


Nach dem Hotelfrühstück machen wir uns am nächsten Morgen wieder auf in die Klinik. Heute ist der Eingriff geplant. Ich bin schon etwas nervös. Im Wartezimmer kennt man sich schon. Es sind die gleichen Gesichter wie gestern bei der Voruntersuchung. Dann werde ich aufgerufen. Ich darf im Vorbereitungszimmer Platz nehmen. Hier sitzen auch schon zwei andere Patienten, eine bereits mit OP-Kittel und mit Haube auf dem Kopf. Ich bekomme zunächst eine Beruhigungstablette. Kurz darauf kommt eine Patientin aus dem OP zurück. Sie berichtet, dass es nicht schlimm war, aber der Fixateur, der das Auge offen hält, etwas unangenehm ist. Sie hält die Augen geschlossen. Die andere Patientin, die bereits eingekleidet war, wird weggeführt, der vierte im Raum bekommt jetzt die betäubenden Augentropfen und kriegt seine OP-Kleidung. Das Spiel wiederholt sich, ich bin als nächste dran. Kittel an, Haube auf und dann gibt es mehrmals Augentropfen, antibiotische und welche für die Anästhesie. Dann werde ich aus dem Raum zum OP geführt. Hier gibt es noch Schuhüberzieher an. Die Übersetzerin kommt nicht mit rein, es gibt aber auch eine deutschsprachige Krankenschwester im OP-Saal. Ich werde auf die Liege gelegt und mein Kopf in Position gebracht. Zuerst wird bei beiden Augen die oberste Hornhausschicht kreisrund aufgeschnitten und zur Seite geklappt, damit im zweiten Schritt die eigentliche Laserkorrektur erfolgen kann. Die Liege wird nach links gerollt, das rechte Auge wird zugeklebt, das andere fixiert, so dass ich nicht blinzeln kann. Das Lasergerät wird über mir positioniert, es kommt immer näher. Dann ist da das grüne Licht. Vorab wurde uns gesagt, dass wir ein grünes Licht sehen, welches sich aber bewegen wird. Wir sollen der Bewegung nicht folgen, sondern geradeaus gucken. Aber wo ist geradeaus, wenn es alles dunkel ist? Das ist nicht so einfach, ich versuche aber, mich nicht auf das grüne Licht zu konzentrieren, sondern die Pupille ruhig zu halten. Das Brummen des Lasers klingt ähnlich wie ein Zahnarztbohrer, aber ist wesentlich angenehmer, weil man nur einen leichten Druck auf dem Auge merkt. Als der Laser verschwindet, ist alles sehr wässrig und unscharf. Die gleiche Prozedur erfolgt beim anderen Auge. Ich fühle mich irgendwie hilflos, weil ich in diesem Moment völlig auf die Ansagen des OP-Teams angewiesen bin und nur ganz grobe Umrisse erkennen kann. Die Liege wird nach rechts geschoben, hier erfolgt der zweite Schritt, die eigentliche Korrektur der Dioptrien. Hier gibt es ein rotes Licht, welches ich dieses Mal fixieren soll. Aber es ist kein einzelner Punkt, sondern eher viele verstreute Punkte, die sich gebündelt haben. Dann hieß es "Laser kommt" und das Surren setzte ein. Währenddessen expodierten die Lichtpunkte discomäßig in allen Farben, wurden mal schärfer und mal schwächer. Währenddessen sagte mir die deutschssprachige Schwester, wie viel Prozent wir schon gelasert haben. Außerdem stieg mir der Geruch von verbrannter Haut in die Nase. Aber auch darauf haben mich die anderen Patienten im Wartezimmer schon vorbereitet. Am Ende ist der rotbepunktete Lichtteppich wieder da, ganz scharf und deutlich. Danach wurde das Auge mehrfach gespühlt und es ging weiter mit dem linken Auge. Als das gespühlt wird, läuft mir die ganze Zeit die Flüssigkeit außen am Hals herunter. Nach ca. 15 Minuten ist alles vorbei. Ich darf mich aufsetzen und es gibt noch ein Foto mit der Ärztin und dem Plüschhund (ich glaube, Max war sein Name), in dessen Fell ich meine Hände während des Eingriffes krallen konnte.

Frisch gelasert mit Frau Dr. med. Lucie Valešová

Danach ging es wieder in den Vorbereitungsraum. Ich bekam einen Kaffee und konnte mich kurz erholen. Die Augen tränten und brannten etwas, aber ich merkte schnell, dass ich die Konturen schon schärfer sah, nur war alles noch wie durch einen leichten Nebelfilm. Die Wartezeit war dann recht lang, da es noch eine kurze Nachkontrolle bei der Ärztin geben sollte, die aber noch mit operieren beschäftigt war. In dieser Zeit war es am angenehmsten, die Augen geschlossen zu halten. Das Licht war auch recht grell und ich war doch irgendwie kaputt. Die Kontrolle ging dann sehr fix und ich war froh, als ich mit meiner Mama die Klinik verlassen und ins Hotel gehen konnte. Und auch über die Sonnenbrille war ich sehr froh, trotz Regenwetter war es mir hier draußen einfach alles zu grell. Wir hatten noch eine Tüte mit Informationsmaterial und auch Augentropfen, einer Schlaftablette und Schmerzmittel bekommen. Die Schlaftablette habe ich sofort im Hotel genommen. Trotzdem hat es etwas gedauert, bis ich einschlafen konnte. Als ich wieder wach wurde, ging es mir allerdings schon wesentlich besser. Die Augen brannten nicht mehr so stark und ich erfreute mich an den ersten Momenten ohne Brille. Für die Neugierigen gibt es übrigens auf der Facebook-Seite der Klinik auch ein Video, wie so ein Lasereingriff abläuft.

Wir gingen zum Abendessen wieder in das gleiche Lokal wie gestern. Da wir beide keinen großen Hunger hatten, teilten wir uns einen Teller Nachos mit einem sehr leckeren Käse-Dip. Schon am Morgen hatte mich eine WhatsApp von Alex von unserer Reisegruppe erreicht. Er hatte mein auf Instagram gespostetes Essen gesehen und teilte mir mit, dass er und Alba ebenfalls auf dem Weg nach Prag seien. Also stießen die beiden dann noch dazu und wir tranken noch ein Bier zusammen und tauschten Erfahrungsberichte zum Lasern aus.

Mit Alba und Alex

Am Sonntag waren wir recht zeitig wach und somit schon eine Weile vor unserem Termin in der Klinik, was zur Folge hatte, dass ich die Erste war, die heute den Check up bekam. Die Ärztin war sehr zufrieden mit dem Ergebnis und auch ich hatte bis auf ein minimales Fremdköpergefühl im Auge und einen etwas breiteren Lichtkegel bei Leuchtquellen in der Dunkelheit keine Beschwerden. So konnten wir uns schnell wieder verabschieden und am Bahnhof noch etwas bummeln, bevor wir wieder mit Bahn bzw. Bus nach Hause gefahren sind.

Die alten roten Straßenbahnwagen - Erinnerungen an meine Kindheit in Dresden

Auf dem Weg zum Bahnhof

Bahnhofshalle

Sonntag, 16. Oktober 2016

Unterwegs im Oberpfälzer Wald - der Rauhe Kulm

Ich bin viel auf den bayerischen Autobahnen unterwegs. Die A9 gehört zu meinen Stammstrecken und fast immer sehe ich kurz vor Bayreuth auf der rechten Seite diesen markanten Berg, der sich von den übrigen Hügeln abhebt. Der Rauhe Kulm. Und immer, wenn ich ihn sehe, denke ich "Irgendwann steigst du da mal hoch". Nun waren an diesem Wochenende meine Eltern in Nürnberg und den Sonntag wollten wir zusammen verbringen. Wahrscheinlich wird es einer der letzten richtig schönen Herbsttage dieses Jahr sein, daher war klar, dass wir raus wollen. Und da fiel mir mein Vorhaben ein, welches ich bisher immer mit den Begründungen "zu heiß", "zu kalt" oder "zu naß" verschoben hatte. Also fahren wir kurzerhand nach Neustadt am Kulm. Je näher der Berg kommt, umso mehr zweifel ich an meinem Vorhaben. Sieht irgendwie doch schon recht imposant aus.

Der Rauhe Kulm - da wollen wir gleich hoch

Wir parken direkt in Neustadt an der Rauher-Kulm-Straße. Das kann ja so verkehrt nicht sein. Und schon nach ein paar Metern sehen wir die erste Infotafel, auf der wir erfahren, dass die Basaltkuppe Rauher Kulm Deutschlands schönstes Naturwunder 2013 geworden ist. Damit steigen auch unsere Erwartungen, etwas mehr als eine 0-8-15-Wanderung zu erleben. Und wir werden nicht enttäuscht. Schnell verlassen wir den breiten Weg und laufen auf einem schmalen Trampelpfad weiter durch den Wald, der Beschilderung zum Aussichtsturm folgend.

Schönstes Herbstwetter bei unserer Wanderung

Naturschönheiten

Der Aufstieg ist gar nicht so schwer wie befürchtet und die viele Ablenkung links und rechts am Wegrand hilft dabei, die Anstrengung zu vergessen. Recht bald erreichen wir eine Art Zwischenhöhe. Zunächst sehen wir nur ein überdachtes Rasthaus, aber dann fallen uns die unzähligen Basaltbrocken auf, die dahinter wie ein riesiger Steinhaufen liegen. Für mich als Laien ist es kaum zu glauben, dass diese Blockhalde auf natürliche Weise entstanden ist, weil die Steine doch alle gleich groß sind und da liegen wie angeordnet. Es wird vermutet, dass auch heute noch innerhalb der Blockhalde ganzjährig Eis liegt, welches eine ständig andauernde Bewegung der Basaltbrocken verursacht. Erforscht wurde dies am Rauhen Kulm aber noch nicht.

Basalt-Blockhalde am Rauhen Kulm

Basalt-Blockhalde am Rauhen Kulm

Aufstieg durch die Basalt-Blockhalde zum Aussichtsturm

Überall fliegen hier Marienkäfer herum. Und wenn man genau hinsieht, dann fällt auf, dass auch die unterschiedlichsten Muster dabei sind. Vom "Klassiker" rot mit schwarzen Punkten über ganz rote ohne Punkte und schwarze Käfer mit roten Punkten ist alles vertreten. Das letzte Stück des Aufstiegs ist noch einmal recht anspruchsvoll, es geht einen schmalen Pfad zwischen den Basaltblöcken hinauf. Aber es dauert nicht lange und wir stehen vor dem Aussichtsturm. Der sieht von unten schon recht beeindruckend aus und wir lassen es uns nicht nehmen, die 110 Stufen bis nach oben zu erklimmen. Und wir haben einen wirklich tollen Blick auf das oberfränkische und oberpfälzer Umland. Hier oben steht auch in jeder Himmelsrichtung, welche Berge hier zu sehen sind oder welche Städte in welcher Entfernung in dieser Richtung liegen.

Überall Marienkäfer

Naturschönheiten

Der Aussichtsturm auf dem Rauhen Kulm

Aussicht in Richtung München

Bis zum Horizont...

Blick zum Ochsenkopf (links) und Schneeberg (rechts) in Oberfranken

Kunst auf dem Aussichtsturm

Zum Abstieg wählen wir einen anderen Weg. Aber leichter wird es hier auch nicht. Obwohl es trocken ist, rutsche ich irgendwann auf dem sandigen Weg aus, versuche noch, mich auszubalancieren und lande trotzdem mehr oder weniger elegant auf meinem Hintern. Trotzdem bin ich froh, dass ich auf dem relativ weichen Weg gestürzt bin, denn kurz darauf müssen wir über Basaltsteine hinab klettern. Ein Weg ist hier nicht mehr erkennbar. 


Abstieg vom Rauhen Kulm

Naturschönheiten

Abstieg vom Rauhen Kulm über Basaltbrocken

Naturschönheiten

Basalt-Blockhalde am Rauhen Kulm

Familienfoto

Naturschönheiten

Naturschönheiten

Wieder am Fuß des Rauhen Kulm gehen wir noch in eine kleine Ausstellung in Neustadt am Kulm, welche derzeit im Rathaus die Funde aus den Grabungen am Rauhen Kulm zeigt. Nach einem kurzen Spaziergang durch die kleinste Stadt in der Oberpfalz treten wir dann unsere Heimfahrt an.

Neustadt am Kulm

Neustadt am Kulm

Sonntag, 9. Oktober 2016

Wochenende in Weimar

Schon länger einmal wollte ich den Zwiebelmarkt in Weimar besuchen. Und dieses Wochenende war es soweit. Mit einer sehr guten Freundin hatte ich ein Zwiebelmarktwochenende geplant. Direkt nach unserer Ankunft sind wir mit dem Bus zum Markt gefahren und haben uns auf die Suche nach Federweißer und Zwiebelkuchen gemacht. Die Vorfreude hierauf war schon Wochen vorher groß. Tatsächlich war das gar nicht so einfach in Kombination zu finden, so dass wir uns erst nur mit einem Federweißer begnügen, bevor wir endlich auch unseren Kuchen kriegen. Allerdings ist der Teig dunkel und schmeckt nach Kümmel. Ich kenne Zwiebelkuchen anders, aber in den nächsten Tagen merken wir, dass hier alles gekümmelt ist. Grund genug, die vielen Alternativen der anderen Marktstände auszuprobieren.

Zwiebelmarkt Weimar

Unser erster Federweißer

Zwiebelmarkt Weimar

Endlich - Federweißer und Zwiebelkuchen

Zwiebelmarkt Weimar

Zwiebelmarkt Weimar

Schiller & Goethe

Obwohl der Markt viele Stände hat, die neben Zwiebelkuchen auch andere Köstlichkeiten anbieten, wollen wir abends beim Italiener essen. Auch, weil wir zwei Frostbeulen sind und uns freuen, uns aufwärmen zu können. Wir kehren bei der Pizzeria Da Antonio ein und fühlen uns gleich wohl. Klein und gemütlich ist es hier, dazu muckelig warm. Ich bestelle Maccheroni mit einer 4-Käse-Soße, wobei ich darum bitte, den Gorgonzola wegzulassen. Und es war definitiv die richtige Entscheidung, ich habe selten so eine gute Pasta gegessen.

Die beste Pasta in Weimar

Da wir am Freitag schon recht viel vom Zwiebelmarkt gesehen haben und wenig Lust auf Goethe und Schiller haben, überlegen wir, was wir uns in Thüringen noch angucken könnten. Wir entscheiden uns dann, in die KZ Gedenkstätte Buchenwald zu fahren. Unser Bus bringt und direkt vor die Tür und kurz nach unserer Ankunft startet auch die 90minütige Führung. Ein Mitglied des Fördervereins Buchenwald e. V. erzählt uns sehr eindrucksvoll von den Verhältnissen, unter denen die Menschen hier hausen und arbeiten mussten. Und obwohl wir kaum Bilder sehen, habe ich die gesamte Zeit über eine Gänsehaut am Körper. Sehr befremdlich finde ich aber den Drang einiger anderen aus unserer Gruppe, die alles fotografieren müssen, ohne auch nur einen Moment inne zu halten. Selbst bei der Genickschussanlage oder im Krematorium geht es ihnen nur darum, ein möglichst gutes Foto zu kriegen. Für mich persönlich ist es genug, dass ich diese Bilder nun im Kopf habe; ich möchte sie mir nicht in mein Fotoalbum kleben. Daher habe mich auf ein Bild von dem Tor zum Gefangenenlager beschränkt, das für viele ihre persönliche Pforte zur Hölle wurde.

Das Tor zum Gefangenenlager Buchenwald - befreit am 11. April 1945 um 15:15 Uhr

Nachdem wir uns in dem Café vor Ort aufgewärmt haben und auch noch miteinander unsere Gedanken zu dem eben gesehenen ausgetauscht haben, fahren wir mit dem Bus wieder nach Weimar.  Unser Weg führt uns kreuz und quer durch die Stadt, wir haben keinen Zeitdruck. Auf der Suche nach einer Bank kommen wir an einem Stand vorbei, der Raclette-Käse auf Baguette verkauft. Wir können nicht widerstehen. Als es anfängt zu regnen, finden wir auch die Bank, die sich zum Glück in einem Einkaufszentrum befindet. So heben wir Geld ab, trinken danach noch einen Kaffee und bummeln etwas durch die Läden. Zum Glück regnet es sich nicht ein und wir können später weiter durch die Stadt spazieren. Wir trinken noch an mehreren Ständen Federweißer und unser Abendessen besteht aus einem Baumstriezel.

Riesenrad zum Weimarer Zwiebelmarkt


Den Sonntag verbringen wir nach unserem Frühstück im Spa-Bereich unseres Hotels. Gegen Mittag müssen wir uns dann auch schon wieder trennen und unsere Heimreise antreten.

Sonntag, 18. September 2016

Reiseplanungen in Mannheim

Von Mannheim wusste ich bisher nicht viel. Nur, dass es da eine Berufsakademie gibt, bei der einige meiner Kollegen gelernt haben. Na das ist doch schon mal etwas. Ehrlich gesagt hat es mich aber auch nicht weiter interessiert, was es da noch so geben könnte. Doch nun steht unser nächstes Treffen mit meiner Reisegruppe an und diesmal treffen wir uns eben in Mannheim, wo Micha und Angie gemeinsam im Frühjahr eine Wohnung bezogen haben. Es ist schon angenehm, wenn man entspannt nach der Arbeit losfahren kann und sich für die Anreise nicht den halben Tag frei nehmen muss. Der Plan ist, dass wir ab 17 Uhr in Mannheim eintreffen. Dank eines umfassenden Staus bei Heilbronn, wo wohl das Autobahnkreuz erneuert wird, komme ich erst 18:30 Uhr an. Damit bin ich immernoch die Erste und sichere mir ein Freibier. So mag ich Wiedersehen. Etwas später kommen auch Jessi und Roland an, danach holen wir noch Vroni vom Busbahnhof ab. Bei selbstgemachter Pizza bringen wir uns gegenseitig auf den neuesten Stand und beginnen schon bald mit den Überlegungen, wohin unsere nächste gemeinsame Reise gehen könnte. Und irgendwie sind wir uns recht schnell einig: Peru könnte es werden.

Am Samstag schlafen wir alle recht lange, bevor wir den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück beginnen. Trotz Regenvorhersagen bleibt das Wetter schön, so dass wir uns auf machen, die Stadt zu erkunden. Zunächst geht es natürlich zum Wasserturm, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

Mannheimer Wasserturm

Mannheimer Wasserturm

Mannheimer Wasserturm

Von hier laufen wir weiter und erreichen bald die Mannheimer Quadrate, den Innenstadtbereich, der sich in 144 Häuserblöcke aufteilt. Hier gibt es dann auch keine Straßennamen, sondern Buchstaben-Zahlen-Kombinationen, ähnlich wie auf einem Schachbrett. In der Mitte der Quadrate befindet sich der Paradeplatz, an dem wir eine kurze Pause einlegen. Danach laufen wir vorbei am Marktplatz mit dem alten Rathaus und der St. Sebastian Kirche zum Neckar.

Paradeplatz Mannheim

Altes Rathaus und St. Sebastian

Beim Stadtbummel

Nach einer ausgiebigen Pause im Café Vogelfrei bei einem sehr leckerem veganen Brownie und einem Latte Macchiato (nicht vegan) laufen wir in Richtung Schloss und von da noch zum Rhein. Irgendwann fallen doch die ersten Tropfen und wir machen uns wieder auf den Weg nach Hause.

Schloss Mannheim

Die Pokémon-Jäger unter uns

Am Rhein, mit Blick auf Ludwigshafen

Gegen Abend bringen wir Vroni zum Zug, weil sie leider heute schon wieder heim fahren muss. Wir anderen gehen zum Mexikaner Azteca Mexicana und genießen hier das landestypische Essen und Salitos-Bier aus der Aluflasche. Außerdem träumen wir uns nach Peru, in unseren nächsten gemeinsamen Urlaub.

Mexikanischer Abend in Mannheim
Am Sonntag fahren Roland, Jessi und ich nach einem gemütlichen Frühstück im Cafe Lido gegen Mittag los. Unsere Reise steht mittlerweile zu 80 % fest, denn wir haben auch einen guten Reiseanbieter gefunden, über den wir noch recherchieren wollen, aber die Route klingt super und der Preis ist top.