Samstag, 20. August 2016

Florida - Melbourne

Sonntag, 14.08.2016:
Durch die vielen Kilometer, die wir in den letzten Tagen gefahren sind, sind wir geschafft, so dass wir für heute nichts geplant haben. Wir schlafen uns richtig aus und als wir zum Frühstücken fahren, ist es bereits halb zwei. Daher fällt das Frühstück auch etwas herzhafter aus.

Cheeseburgerfries - ein herzhafts Frühstück

Auf dem Rückweg kaufen wir noch ein paar Lebensmittel für die Woche ein und verbringen den Rest des Tages in unserer Unterkunft bzw. am Pool, der zu der Wohnanlage gehört und der natürlich auch genutzt werden will. Irgendwann kommt eine Kinderschar aus der Nachbarschaft und belagert den Pool. Meine Schwester und ich verziehen uns auf die Sonnenliegen, mein Neffe hingegen darf auch trotz kleinerer Sprachschwierigkeiten schnell mitspielen.

Auch alleine hat mein Neffe viel Spaß, wie hier, wo er ein Rad ins Wasser schlägt

Montag, 15.08.2016:
Da unsere aktuelle Unterkunft an der Space Coast liegt, also dem Küstenabschnitt Floridas, wo die Weltraumbahnhöfe Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) und das John F. Kennedy Space Center (KSC) liegen, wollen wir natürlich auch etwas mehr über die Geschichte der Raumfahrt in den USA erfahren. Also machen wir heute einen Ausflug zum Kennedy Space Center.

Eingang zum Kennedy Space Center

Direkt nach dem Eingang ist der Rocket Garden, hier sind einige Raketenmodelle aufgestellt, was mich schon zum Anfang ordentlich beeindruckt. Danach besuchen wir die Journey to the Mars, also eine Marsmission, was wir uns aber spannender vorgestellt haben. Letztlich ist es nur ein 15minütiger Filmvortrag mit einigen interessanten Fakten, aber es ist kein Erlebnis dahinter.

Rocket Garden

Rocket Garden

Rocket Garden

Marssonde aus Lego

Nach einem kleinen Mittagessen machen wir die Bustour, die im Eintrittspreis enthalten ist. Es werden abwechselnd Informationen auf einem kleinen Monitor gezeigt und der Busfahrer gibt erläuternde Hinweise. Allerdings gibt es auch hier kaum Highlights, es steht kein Shuttle an den Startrampen, nur das Haus der NASA, welches eines der flächenmäßig größten Gebäude der Welt ist, ist recht imposant. Spannend wird es, als wir die Gewässer überqueren, denn da tummelt sich gerade eine Manatee im See.

NASA-Gebäude

Manatee gesichtet

Im weiteren Verlauf der Bustour sehen wir auch noch einen Alligator. Der Bus lässt uns beim Apollo/Saturn V Center raus, wo wir viel über die Apollo-Missionen erfahren. Zurück am Hauptbesucherkomplex gehen wir noch in die Atlantis-Halle, in der alles zum gleichnamigen Spaceshuttle ausgestellt wird. Das ist noch einmal richtig interessant, da wir erfahren, wie die ersten Shuttles (also wiederverwendbare Raketen) konstruiert wurden, welche Probleme es gab und auch die original Atlantis gibt es zu sehen, dazu noch einige Nachbauten, z. B. vom Cockpit, wo man sich selber wie ein Astronaut fühlen kann. Insgesamt war es ein interessanter Tag, aber irgendwie hab ich mir doch etwas mehr davon versprochen. Ein Shuttlestart wäre zum Beispiel nett gewesen... ;-)

Eine der Apollo-Raketen

Apollo-Kapsel (für drei Astronauten) - Platzangst darf man als Astronaut wirklich nicht haben

Eingang zur Atlantis-Halle

Atlantis Space-Shuttle (offensichtlich waren auch die Kanadier am Erfolg beteiligt...)

Atlantis Space-Shuttle

Im nachgebauten Cockpit der Atlantis - so viele Knöpfe zum Drücken

Raumstation ISS

NASA

Dienstag, 16.08.2016:
Shoppen ist angesagt. Nicht umsonst haben die USA den Ruf, an jeder Ecke mit riesigen Malls aufzuwarten, in denen die bekannten Marken, teilweise auch mit Outlets, vertreten sind. Wir entscheiden uns für die Orlando Vineland Premium Outlets. Hierbei handelt es sich mehr um eine eigene kleine Stadt, als nur um ein Shoppingcenter. Gefühlt legen wir heute mehrere Kilometer zurück, obwohl wir tatsächlich nur in vier, fünf ausgewählte Geschäfte (und mehrfach durch den großen Food Court) gehen. Aber wir sind erfolgreich, für meine Schwester gibt es acht T-Shirts, für meinen Neffen zwei paar Schuhe und Sneakersocken und für mich vier T-Shirts und ein Portemonnaie, welches mein Geburtstagsgeschenk von Schwester und Neffen ist.

Modelneffe

Modelneffe


Mittwoch, 17.08.2016:
Ein großer Ausflug ist noch geplant. Die Universal Studios in Orlando. Wobei von Studios hier kaum die Rede sein kann, vielmehr handelt es sich um einen Freizeitpark mit Filmbezug. Unser erster Eindruck bei der Ankunft ist, das alles sehr gut durchorganisiert ist. Im Parkhaus werden wir zielstrebig auf eine Ebene geleitet, wo fein säuberlich in Reih und Glied hintereinanderweg die Autos die freien Parkplätze befüllen. Kein Suchen und irgendwo Parken, wo frei ist. Schon vor dem eigentlichen Eingang ist die Fülle an Eindrücken groß. Es ist laut und voll, überall tönt Musik aus Lautsprechern und es gibt unzählige Shops mit allerlei Kram.

Welcome to Universal Orlando Resort

Der Universalglobus, perfekt in Szene gesetzt

Im Store gibt es für jeden den passenden Zauberstab

Unsere im Internet gekauften Tickets können wir bei den Will-call-Kiosk-Automaten problemlos ausdrucken. Wir lassen uns erst einmal treiben, bevor wir uns bei der ersten Attraktion, Despicable Me Minion Mayhem, anstellen. Wartezeit: 95 Minuten. Das drückt die Stimmung, denn uns ist warm und das Anstehen ist langweilig. Jeder von uns denkt zwischenzeitlich daran, wie bequem es doch wäre, einfach die Warteschlange zu verlassen und weiter zu laufen. Aber wir halten durch und irgendwann sind wir dran. Auch hier bestätigt sich wieder, dass nichts dem Zufall überlassen wird. Die Warteschlange wird kurz vor dem eigentlichen Einlass in mehrere Reihen aufgeteilt, so dass auch jeder weiß, wohin er laufen muss. Da die Leute abgezählt werden, gibt es keine Probleme mit jammernden Kindern, die auf einmal nicht neben ihren Eltern sitzen können oder mit Plätzen, die plötzlich leer bleiben.

Die Warteschlange führt irgendwann durch das Zuhause von Gru, Margo, Edith, Agnes und natürlich den Minions

Bevor es losgeht erzählen Gru, seine Töchter und die Minions lang und breit, wie und warum sie uns, das Publikum, jetzt in Minions verwandeln werden. Wir kriegen 3D-Brillen, dann geht es in eine Art Kinosaal, es gibt fest installierte Sitze, die Sicherung schließt sich und unsere "Verwandlung" beginnt. Es ist etwas holprig, aber macht einen Heidenspaß. Nach ca. 10 Minuten ist alles vorbei, es hat nicht geklappt, wir sind noch Menschen. Aber jetzt wieder gut gelaunt. Vielleicht war das der Trick?! Mein Neffe ist bereit, sich direkt noch einmal für 95 Minuten anzustellen, um den Spaß zu wiederholen. Wir können ihn überreden, lieber noch andere Sachen zu probieren.

Vergnügungspark für groß und klein

Aber zunächst brauchen wir eine Mittagspause. Danach gehen wir in den Bereich der Transformer. Beim 3D-Ride sind die Wartezeiten gerade bei 75 Minuten, so dass wir erst einmal Meet-the-Transformers suchen, wo man mit seinem Lieblingstransformer Fotos machen kann. Gerade kommt Optimus Prime, aber mein Neffe möchte sich für ein Bild mit ihm nicht anstellen. Lieber will er im Shop stöbern. Wir laufen weiter zu Harry Potter. Mit dem Hogwarts Express dürfen wir mit unserem Tickets leider nicht mitfahren. Wir suchen also die Winkelgasse, finden sie aber nicht und laufen zurück.

Selfie mit Optimus Prime

Universal Orlando - eine eigene Welt

Demnächst: Fast & Furios Supercharged

Der Knight Bus von Harry Potter

Und der Bahnhof King's Cross

Beim 3D-Ride der Transformers haben sich die Wartezeiten inzwischen auf 65 Minuten verkürzt und wir kommen zu dem Entschluss, dass es nicht mehr besser werden wird und stellen uns an. Innerhalb von ein paar Minuten sind wir schon im Gebäude und denken, dass wir gleich dran sind. Aber weit gefehlt, der Großteil im Inneren besteht aus Warteschlangenorganisationsgeländern, die von einem Raum in den nächsten führen. Aber auch hier hat das Warten irgendwann ein Ende. Wir werden in einen Karussellwagen gesetzt und wieder gesichert, setzen uns die 3D-Brillen auf und schon beginnt eine wilde Fahrt als Evac durch New York, bei der uns Optimus Prime und Bumblebee schützend zur Seite stehen und uns schließlich retten. Als wir wieder raus kommen, steht gerade Bumblebee bei Meet-the-Transformers und mein Neffe stellt sich für ein Foto an, da Bumblebee sein Lieblingstransformer ist. Bevor er aber an die Reihe kommt, verschwindet Bumblebee und Optimus Prime kommt wieder. Da man Neffe nun aber schon mal in der Warteschlange steht, macht er nun doch noch ein Bild mit ihm. Noch einmal auf Bumblebee warten will er dann aber doch nicht.

Bumblebee

Mein Neffe mit Optimus Prime

Wir beschließen, noch einmal unser Glück bei Harry Potter zu versuchen und finden dieses Mal auch die gut versteckte Winkelgasse. Orignalgetreu gibt es hier alle Läden, die man aus den Büchern und Filmen kennt, zum Beispiel Ollivanders oder Weasley's Wizard Wheezes

Willkommen in der Winkelgasse

Weasleys' Wizard Wheezes

In Weasleys' Wizard Wheezes

Wegweiser in der Winkelgasse

Wir laufen direkt auf Gringotts zu, die Zaubererbank. Hier erleben wir noch das Abenteuer Harry Potter and the Escape from Gringotts, eine 3D-Achterbahnfahrt.

Gringotts, die Zaubererbank

Da diese kleine Achterbahnfahrt meinem Neffen so viel Spaß gemacht hat, biete ich ihm an, mit ihm noch in der großen Achterbahn des Parks, der Hollywood Rip Ride Rockit, zu fahren. Aber es ist schon 19:30 Uhr und die ausgewiesenen 65 Minuten Wartezeit schrecken uns dann doch ab, zumal wir auch noch eine Stunde fahren müssen, bis wir wieder in unserer Ferienwohnung sind. Angekommen fallen wir recht schnell ins Bett, froh, endlich unsere Füße entlasten zu können.

Donnerstag, 18.08.2016:
Nach dem Tag in der Mall und gestern brauchen wir heute einen fußschonenden Tag. Einen Badetag. Ironischerweise beginnt auch dieser Tag mit einem Besuch im Shoppingcenter. Allerdings zielgerichtet und auch nur, weil es in der Mall am Dienstag kein Bath & Body Works gab. Schnell sind die Einkäufe erledigt und wir fahren zum Melbourne Beach. Schon der erste Blick offenbart die Unterschiede zwischen der Golf- und der Atlantikküste. Aber der Sandstrand und die Wellen im Meer sehen verlockend aus, noch dazu ist der Himmel heute blau und nicht so trüb wie in Fort Myers. Der Nachteil ist allerdings, dass wir hier keinen Schatten haben. Als wir barfuß zum Wasser laufen wollen, verbrennen wir uns die Füße. Und zwar wortwörtlich. Während ich zurück zu unserer Decke laufe, um mir meine Flipflops anzuziehen und die Schuhe für meine Schwester zu holen, wartet sie kurz. Später teilt sie mir mit "Ich hätte fast geheult." Ja, der Sand ist richtig heiß. Mir war nicht bewusst, dass heller Sand so heiß werden kann. Mit den Schuhen geht es einigermaßen, aber auch hier rutscht der Sand an den Seiten rein, zumal ein schneller Gang im tiefen Sand nicht möglich ist.

Ohne Schuhe ist der Sand nicht erträglich

Trotzdem ist der Anblick traumhaft

Mein Neffe hat zum Glück gestern Badeschuhe bekommen, dadurch kriegt er von unseren Problemen nichts mit, sondern stürzt sich mit seiner Taucherbrille in die Fluten und hat Spaß. Für uns ist es eine Wohltat, als wir den feuchten Teil des Strandes erreichen und eine weitere, als wir endlich im Meer sind. Weit raus kommen wir allerdings nicht, die Wellen sind zu stark. Und da wir in der direkten Sonne sind und kein schattiges Plätzchen in der Nähe haben, brechen wir nach einer guten Stunde schon wieder auf. Lieber setzen wir unseren Badetag am Pool fort. Hier gibt es Schatten, weniger Wellen, keinen glühenden Sand und wenn man das Wasser schluckt ist es nicht ganz so widerlich wie das Salzwasser des Ozeans.

Badespaß im Pool

Blauer Himmel, blauer Pool

Freitag, 19.08.2016:
Heute Abend geht der Rückflug nach Frankfurt. Daher ist der Vormittag mit Packen und Pool verplant. Wir wollen ja noch so lange wie möglich das schöne Wetter und die Bademöglichkeit genießen. Rechtzeitig machen wir uns auf den Rückweg durch unsere Wohnanlage zu unserer Ferienwohnung, denn richtig entspannen können wir ab einen bestimmten Zeitpunkt auch nicht mehr. Wir geben den Zahlencode an der Tür ein - und es funktioniert nicht. Wir versuchen es wieder und wieder, aber auch das uns inzwischen vertraute Surren, welches anzeigt, dass das Schloss im Inneren arbeitet, setzt nicht ein. Ratlos stehen wir in nassen Badesachen vor der verschlossenen Tür. Wir warten ein paar Minuten, probieren es wieder. Nichts. Ausgerechnet heute. Wir haben kein Handy dabei, könnten höchstens bei den Nachbarn klopfen. Aber dann haben wir noch immer nicht die Telefonnummer unseres Hosts. Langsam macht sich eine leichte Panik in mir breit. In ein paar Stunden geht unser Flug nach Deutschland und wir stehen hier und kommen nicht weiter. Ich drücke auf gut Glück noch einmal den Knopf, der die Wohnung beim Verlassen verschließt und auf einmal surrt es wieder im Inneren. Die Tür geht auf. Welche Erleichterung. Wir packen unsere Koffer fertig und machen uns auf den Weg nach Orlando. Wir kommen allerdings nicht weit, da wir kurzfristig beschließen, statt am Flughafen noch einmal bei Perkins, unserem Lieblingslokal in Melbourne, Mittag zu essen. Hier wissen wir, dass wir leckere Sachen kriegen, die vielleicht auch etwas über das übliche Fastfood hinaus gehen. Und Zeit haben wir auch noch. Dann geht es weiter zum Flughafen. Die Rückgabe des Mietwagens klappt völlig unkompliziert, keine Prüfung auf Kratzer oder ähnliches. Allerdings kriegen wir auch keine Auskunft, welche Kosten ggf. noch kommen, zum Beispiel durch die Mautnutzung. Ich lasse mich überraschen. Auch die Gepäckaufgabe und die Sicherheitskontrolle klappen problemlos. Wir schlendern noch etwas durch die Geschäfte und die imposante Aufenthaltshalle mit Springbrunnen und Palmen, welche gleichzeitig den Innenhof eines Flughafenhotels darstellt. Es dauert gar nicht so lange wie befürchtet, bis wir boarden können. Der Rückflug ist von kleineren Turbulenzen durchwachsen. So erscheinen irgendwann wieder die Anschnallzeichen und ein Steward gibt die Info durch, dass wir gerade durch ein Schlechtwettergebiet fliegen und wir die nächsten 15 Minuten mit Turbulenzen rechnen müssen. Keine zwei Minuten später erlöschen die Anschnallzeichen und über die Lautsprecher hören wir ein "Der Teufel steckt im Detail. Wir konnten nicht sehen, dass die Turbulenzen so schnell vorüber sein werden." Soviel zum heutigen Stand der Technik. Das restliche Bordpersonal ist auch nur zweitklassig, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit halten sich in Grenzen. Schlafen kann ich auf dem Flug nicht, dennoch vergeht die Zeit recht schnell. In Frankfurt angekommen verabschiede ich mich von meiner Schwester und meinem Neffen, die es von hier aus nicht mehr weit haben. Am Fernbahnhof muss ich nicht lange auf den nächsten ICE nach Nürnberg warten und ich bin froh, dass ich nach der Fahrt im vollen Zug ohne Platzreservierung endlich wieder in meiner Wohnung ankomme.

Samstag, 13. August 2016

Florida - Everglades, Florida Keys & Miami aus der Ferne

Mittwoch, 10.08.2016:
Es steht uns ein aufregender Tag in den Everglades bevor.  Die Planungen waren nicht so einfach, denn auf Empfehlung wollten wir keine Airboattour machen, sondern mit einem Swamp Buggy fahren, einem speziellen LKW, der wie ein erhöhter Bus ohne Dach aussieht und auf großen Reifen auch das Sumpfgebiet bewältigt. Jedoch scheinen wir außerhalb der Saison hier zu sein, denn wir kriegen auf unsere Anfragen keine Antworten (obwohl die Anbieter auf Facebook aktiv sind und da Neuigkeiten posten) oder aussagekräftige Mails wie "Closed!" Letztlich finden wir aber einen Anbieter, der das ganze Jahr über Touren anbietet. Vor Ort entscheiden wir uns doch für ein Kombiticket aus Airboattour, Swamp Buggy Tour und einen Besuch der Tiergehege vor Ort. Los geht es mit der Airboattour. Durch das Tempo und die Kurven, die unser Kapitän recht steil nimmt, macht die Fahrt großen Spaß und  das spritzende Wasser und der Fahrtwind kühlen uns ab. Andererseits ist der Lärm schon beträchtlich. Die Kopfhörer mildern zwar den Krach, jedoch auch alle anderen Geräusche (wie die Informationen, die wir während der Fahrt erhalten) ab. Wir sind eine halbe Stunde unterwegs und haben das Glück, auch zwei Alligatoren zu sehen. Mein Neffe ist happy. Alligatoren und Schnellboot fahren. Und auch meiner Schwester und mir macht die Tour großen Spaß.

Wilde Fische (wer weiß, ob wir heute noch andere Tiere vor die Linse kriegen)

Airboattour durch die Everglades

Airboattour durch die Everglades

Airboattour durch die Everglades
Airboattour durch die Everglades - Alligator gesichtet

Airboattour durch die Everglades

Airboattour durch die Everglades

Airboattour durch die Everglades


Airboattour durch die Everglades

Danach laufen wir zum Treffpunkt für die Swamp Buggy Tour. Hier müssen wir eine Zeit lang in der Mittagshitze warten, was ganz schön an die Substanz geht. Aber dann starten wir und fahren - so sieht es jedenfalls aus - direkt in einen Fluss herein. Die Tour führt hauptsächlich durch dschungelartigen Wald und wir sehen auch hier noch mal einen kleinen Alligator, Eichhörnchen, zwei Waschbären und eine große Spinne, die ihr Netz quer über unseren Weg gespannt hat. Wir halten genau so, dass ich unter dem Spinnennetz sitze. Ich hoffe, dass das achtbeinige Tier nicht jetzt die Idee hat, ihr Nest zu verlassen und sich einfach mal fallen zu lassen. Während ich aus der Gefahrenzone laufe und dann versuche, die Spinne auf ein Foto zu kriegen, erzählt unsere Fahrerin munter davon, wie sie von einer solchen Spinne schon ins Gesicht gebissen wurde. Unserer Fahrerin geht es gut, der Spinne nicht mehr. Trotzdem weiß ich, dass ich auf einen Spinnenbiss gut und gerne verzichten kann. Außerdem begleitet uns noch ein kleiner Frosch im Bus, was unsere Mitfahrerinnen in Panik versetzt. Den Frosch aber wohl auch. Natürlich können wir nebenbei wieder viele spannende Vögel beobachten, sehen bunte Schmetterlinge und Libellen mit fast durchsichtigen Flügeln.

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour

Swamp Buggy Tour

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour - hier ein Rabengeier, von denen es hier ziemlich viele gibt

Swamp Buggy Tour

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour

Tierische Entdeckungen bei der Swamp Buggy Tour

Nach der zweiten Tour sind wir kaputt und holen uns ein kühles Getränk. Leider gibt es in dem klimatisierten Shop keine Sitzgelegenheit - eine echte Marktlücke. Nachdem wir uns gestärkt haben gehen wir noch den kleinen Zoo angucken. Die verschiedenen Alligatoren leben hier unter Verhältnissen, die ich als ganz in Ordnung einstufen würde, im Vergleich zu anderen Einrichtungen. Und natürlich, wenn man von der Tatsache absieht, dass die Tiere ein paar Meter weiter in freier Wildbahn leben. Es gibt auch ein paar Schildkröten, Otter, einen Florida-Panther, einen sibirischen Tiger und ein Löwenpaar. Wie befürchtet leben diese Tiere in kleinen Betongehegen mit Gitterstäben. Wir schauen uns noch die Alligator-Show an, bei der viel erzählt wird. Der Alligator hat relativ wenig zu tun, außer rumzuliegen und sich fotografieren zu lassen. Insgesamt überflüssig, aber es war im Preis inkludiert und schließlich wollte mein Neffe gerne noch ein Foto, bei dem er einen kleinen Alligator selber hält. Das hat er dann auch bekommen. 

Otter in den Tiergehegen

Alligator in dem Tiergehege

Mein Neffe mit einem kleinen Alligator
Inzwischen sind wir hungrig und suchen nach einem Cafe oder etwas ähnlichem, aber die Hot Dogs, die der Touranbieter verkauft, sind schon aus. Man empfiehlt uns, zu Subway an der nächsten Kreuzung zu fahren. Aber auch hier gibt es keine Sitzgelegenheiten. Wir müssen also ein ganzes Stück fahren, ehe wir an einer Tankstellenraststätte unseren Hot Dog kriegen. Zurück in der Pyramide müssen wir unsere Sachen zusammen packen, denn morgen verlassen wir den Pyramid Village Park und fahren auf die Florida Keys.

Leider haben wir keine wilden Florida-Panther gesehen


Donnerstag, 11.08.2016:
Heute verlassen wir die Pyramiden und fahren für einen Zwischenstopp nach Marathon auf den Florida Keys. Unser Weg ist zunächst der Gleiche wie gestern und daher eher langweilig für uns. Kurz hinter unserem Touranbieter, bei dem wir gestern mit dem Airboat und dem Swamp Buggy gefahren sind, ist unser erster Zwischenstopp für heute, das wohl kleinste Postamt in den USA. Wie schon von anderen beschrieben fahren wir fast daran vorbei und lenken im letzten Moment in einer Kamikazeaktion das Auto auf den leeren Parkplatz vor der winzigen Holzhütte. Wir lachen uns erst einmal kaputt, bevor wir ein paar Bilder schießen und meine Schwester ihre Postkarten einwirft, da hier tatsächlich der erste Briefkasten ist, den wir seit New York sehen. Ob die Karten wohl ankommen?

Das kleinste Postamt in den USA

Kaum größer als ich

Weiter geht es zum Shark River Valley, einem Startpunkt für ein paar kurze Wege durch die Everglades, die man zu Fuß, per Rad oder mit einer kleinen Bahn zurück legen kann. Da wir in der größten Mittagshitze da sind, laufen wir nicht den gesamten Weg, sehen aber schon nach ein paar Schritten wieder einen Alligator im Sumpf liegen. Irgendwie gruselig, denn immerhin stehen wir nur ein paar Meter von diesem wilden Raubtier entfernt und gucken. Der Alligator könnte sich jeden Moment in Bewegung setzen und beschließen, drei deutsche Touristen zum Mittag zu verspeißen. Tut er aber nicht. Im weiteren Verlauf unseres Spaziergangs sehen wir noch zwei weitere Alligatoren, die sich im Flußbett, das parallel zu unserem Weg verläuft, treiben lassen.

Den ersten Alligator sehen wir schon nach ein paar Metern

Spinne im Shark River Valley - nicht groß, dafür bläuchlich schimmernd

Trügerische Ruhe am Shark River Valley

Der nächste Alligator lauert schon

Nur ein paar Schritte entfernt, wir auf dem Weg, im Wasser im Hintergrund der Alligator

Nachdem wir uns die Beine vertreten haben, fahren wir zu den Florida Keys. Der Overseas Highway, der die Inseln miteinander verbindet, gilt als eine der schönsten Straßen der USA. Und ja, wenn man gerade über eine Brücke fährt und einen Blick auf das türkisfarbene Meer hat, dann ist das tatsächlich ein toller Anblick. Aber auch türkisfarbenes Meer wird irgendwann langweilig. Zudem fährt man auch über die Inseln, also durch Ortschaften und die Strecke zieht sich recht lang hin, bis wir endlich in Marathon, ungefähr auf der Hälfte der Strecke bis Key West, in unserem Hotel ankommen. Wir laufen zu Fuß los und suchen uns eine Gelegenheit für ein Abendessen. Während wir beim Essen sitzen, sind wir überrascht, wie früh es hier dunkel wird. Das Lokal verlassen wir, als es draußen bereits Nacht ist.

Auf dem Overseas Highway in Richtung Marathon

Abendstimmung in Marathon

Wir spazieren noch zum Leuchtturm von Marathon, der direkt hinter unserem Hotel liegt. Am Horizont tauchen in unregelmäßigen Abständen Wetterleuchten auf, die wir beobachten, während wir noch zusammen am Hafen sitzen und uns in der warmen Sommernacht unterhalten.

Hafen in Marathon mit Wetterleuchten

Leuchtturm in Marathon

Hafen in Marathon mit Wetterleuchten - die Gebäude sind zwar unscharf, dafür ist der Blitz gut getroffen (Freihandfoto)

Als wir zum Hotel zurück laufen sehen wir, dass der Pool noch geöffnet ist. Da wir die Badesachen an haben, springen mein Neffe und ich noch einmal ins Wasser und schwimmen eine Runde. 22 Uhr endet die Poolnutzung und wir gehen in unser Zimmer und schlafen zufrieden ein.

Freitag, 12.08.2016:
Wir haben uns entschieden, die Fahrt nicht mehr bis nach Key West fortzusetzen, nur um dann den ganzen Weg wieder zurück zu fahren. So sehr reizt uns Key West nicht und wir fanden schon die Fahrt bis Marathon eher anstrengend. Daher steht gleich morgens eines meines persönlichen Highlights unserer Floridareise an. Wir besuchen das Turtle Hospital in Marathon. Hier werden Meeresschildkröten, die durch Angelhaken, Müll, Netze oder auch Boote verletzt wurden, versorgt und gepflegt und - wenn möglich - auch wieder in die Freiheit entlassen. Wir erfahren viel über die Geschichte des Krankenhauses und über die Verletzungen der einzelnen Tiere. Viele Patienten hier leiden zum Beispiel an einem Darmverschluß, weil sie alte Mülltüten, die im Meer treiben, für frische Quallen halten. Besonders interessant ist auch die Geschichte von Bubble Butt, der seit 1989 hier Patient ist und bei dem das erste Mal das Bubble-Butt-Syndrom dokumentiert wurde, also wenn sich durch einen Unfall der Panzer so verformt, dass sich Luftblasen darunter bilden, die das Tier am Tauchen hindern. Bubble Butt sieht wirklich fies verformt aus, aber hier scheint es ihm wieder gut zu gehen. Bei den Bubble-Butt-Patienten werden die Panzer dann teilweise mit künstlichen Gewichten beschwert, damit die Schildkröten auch wieder richtig tauchen können.

Die Krankenstation im Turtle Hospital in Marathon

Die Krankenstation im Turtle Hospital in Marathon

Bender, eine Atlantik-Bastardschildkröte, die aufgrund ihrer hellen Farbe in Marathon auch als Ghost bezeichnet wird

Das Aquarium für die Dauerpatienten - welche Schildkröte das hier ist und was ihr zugestoßen ist, weiß ich leider nicht mehr

Bubble Butt mit seinem stark deformierten Panzer

Nach diesem sehr interessanten Besuch machen wir uns auf den Weg nach Miami, genauer gesagt nach Coral Gables, wo unser nächstes Hotel liegt. Die Fahrt ist lang und unspektakulär. Kurz vor unserer Ankunft kriege ich noch Kopfschmerzen und mir wird schlecht. Aber schon bald darauf sehen wir das recht imposante Gebäude des Biltmore Hotels. Wir können hier kostenlos und unkompliziert parken (was direkt in Miami bestimmt nicht so einfach ist) und checken ein. Danach bewege ich mich für die nächste halbe Stunde nicht vom Bett, bis es mir etwas besser geht. Abends erkunden wir noch den riesigen Pool.

Poolanlage des Biltmore Hotels


Poolanlage des Biltmore Hotels

Samstag, 13.08.2016:
Gemeinsam haben wir beschlossen, heute nicht noch in der knappen Zeit eine Tour durch Miami zu machen, sondern lieber unser Hotel voll und ganz zu genießen. Auch im Hinblick darauf, dass unsere Fahrt zu unserer nächsten Unterkunft wieder knapp 3 Stunden dauern wird und etwas Bewegung uns da allen gut tut. Und wenn man schon so einen großen Pool inklusive hat und in Florida ist, dann sollte man das ausnutzen.

Frühstück...

...mit Ausblick
Das Biltmore Hotel Miami/Coral Gables

Miami fotografieren wir später von der Interstate 95 aus, nachdem ich einmal eine Ausfahrt zu früh runter gefahren bin und mich im Stadtverkehr von Miami wieder finde. Aber nach und nach entspannt sich die Verkehrslage, so dass gegen halb fünf in Melbourne (ja, das liegt in Florida) ankommen.

Miami

Miami

Hier haben wir für die nächsten Tage eine Airbnb-Wohnung und werden noch etwas die Ostküste Floridas erkunden.